Gips giessen – ein vielseitiges Projekt. Hier erfährst Du, wie Du
Gips giessen: Das brauchst Du
Wenn Du Gips giessen willst, brauchst Du eigentlich nur Gipspulver und Wasser. Um daraus eine geschmeidige Giessmasse zu machen, benötigst Du folgendes Werkzeug: Rührstab, Rührschüssel, Messbecher und eine Küchenwaage.
Hinweis: Das Gefäss sollte so beschaffen sein, dass sich die Giessmasse später zielgenau in die Formen kippen lässt. Greife am besten zu einem Gipsbecher, der ist flexibel. Damit lassen sich angetrocknete Gipsreste einfach aus dem Becher lösen. Sobald Du zudrückst, bröckelt der Gips von der Becherwand und schon ist der Gipsbecher wieder für die nächste Ladung bereit.
Giesse erst das Wasser in die Schüssel und gib dann nach und nach das Gipspulver dazu. So kannst Du die Konsistenz der Giessmasse besser kontrollieren. Wenn das Pulver langsam ins Wasser einsinkt, entstehen weniger Klumpen und weniger Luftblasen. Rühre so lange, bis alles gut miteinander vermischt und die Masse frei von Klumpen ist.
- Material vorbereiten
Wiege die benötigte Menge lauwarmes Wasser (1 Teil) und Gipspulver (2 Teile) ab. Das Mischverhältnis kann variieren. Bitte beachte auch die Herstellerangaben! - Gips anrühren
Giesse das lauwarme Wasser in den Gipsbecher und füge langsam das Gipspulver hinzu. Arbeite zügig, damit keine Klumpen entstehen und rühre so lange, bis Du eine homogene, klumpenfreie Masse hast. - Giessmasse ruhen lassen
Lass die fertige Giessmasse für 30–60 Sekunden ruhen. Dieser Vorgang wird «Sumpfen» genannt. Durch die Ruhezeit werden alle Partikel gleichmässig durchnässt und es entsteht eine bessere Giessqualität. - Gipsmasse umrühren
Nach dem «Sumpfen» muss die gesamte Masse nochmals gründlich gerührt werden. Gehe dabei zügig vor – mind. 2 Umdrehungen pro Sekunde. - Gips giessen
Jetzt sollte die Gipsmasse zügig in Form gebracht werden. Nach dem Anrühren lässt sie sich 5–10 Minuten verarbeiten. Deshalb lieber kleine Mengen Gips anrühren. Falls der erste Mix nicht reicht, kannst Du eine neue Masse ansetzen.
Weiss ist Dir zu langweilig? Dann greif zu Farbpigmenten. Diese lassen sich einfach in die Gipsmasse einarbeiten. Wenn Du Dich nicht schon beim Giessen für Farbpigmente entschieden hast, kannst Du im Nachgang mit Kreidefarben oder Acrylfarben arbeiten. So geht Projekt!

Silikonformen giessen
Gips mit Silikonformen giessen geht ganz locker von der Hand. Wenn Du die folgenden Punkte beachtest, wird bestimmt nix schiefgehen.
Die Formen brauchen ein wenig Vorbereitung. Normalerweise löst sich der getrocknete Gips ohne Probleme aus den Formen, weil er beim Trocknen schrumpft. Um auf Nummer sicher zu gehen, schnappst Du Dir ein Küchentuch und ein bisschen Speiseöl und reibst die Formen sparsam damit ein. Ein dünner Ölfilm reicht schon aus, damit sich Deine Figuren besser aus den Formen lösen. Verwende handelsübliches Speiseöl, z. B. Sonnenblumen- oder Rapsöl. Achte darauf, dass es keine stark färbenden oder aromatischen Öle sind. Bevor Du das Öl in der Form aufträgst, sollte sie sauber und trocken sein.
- Fülle die Masse langsam in Deine Silikonform.
- Danach klopfst Du die Form einige Male auf den Tisch und schüttelst sie ein wenig. Pass auf, dass dabei nichts ausläuft. Durch das Rütteln und Klopfen stellst Du sicher, dass sich keine Luftblasen im Inneren bilden und die Form komplett ausgefüllt wird. Gleiches Prinzip wie beim Beton verdichten – nur, dass Du hier der Rüttler bist.
- Nach ca. 15 Minuten ist die Masse leicht angetrocknet und schon etwas fester. Jetzt lassen sich Gegenstände einlegen oder hineinstecken.
- Nach weiteren 15 Minuten, also insgesamt einer halben Stunde, ist der Gips ausreichend gehärtet, um ihn vorsichtig aus der Form zu lösen. Grössere Figuren brauchen mehr Zeit zum Trocknen. Nach einer Stunde sollten aber auch die bereit zum Herauslösen sein.

Gipsformen giessen & modellieren
Solange Deine Gipsform nicht vollkommen ausgehärtet ist, kannst Du sie mit Werkzeugen bearbeiten. Du kannst die Form z. B. gravieren oder andere Muster einritzen. Mehr Ausdruck bekommen Deine Werke mit Schablonen und Mustern. Die gibt es in unzähligen Varianten fertig zu kaufen. Du kannst sie aber auch aus Moosgummi ausschneiden. Lege sie dann einfach vor dem Giessen in Deine Form, dann wird das Muster eingedrückt.
Nach dem vollständigen Aushärten kommt der Feinschliff. Scharfe Kanten und unschöne Stellen schmirgelst Du mit Schleifpapier glatt. Grössere Teile lassen sich auch mit einer Feile entfernen. Zu diesem Zeitpunkt kannst Du sogar Löcher in Deine Figuren bohren. Vergiss aber nicht, den Schlag auszuschalten.
Wenn Du Gipsformen giessen willst, musst Du nicht zwingend mit Silikonformen. Du kannst auch andere Formen nutzen. Hier findest Du weitere Beispiele, wie Du Gipsformen giessen kannst. Für künstlerische Arbeiten empfehlen wir Modelliergips, da dieser langsamer aushärtet und sich dadurch besser modellieren lässt.
- Eine alte Müslischale kann z. B. auch als Vorbild dienen. Dann kannst Du sie mit Gips modellieren, indem Du den Gips Schicht für Schicht aufträgst.
- Einfache Formen, wie z. B. für ein Türschild oder einen Untersetzer, kannst Du aus Holz selber bauen.
- Aus Ton lassen sich auch Negativformen herstellen. Einfach eine beliebige Form in Ton drücken und aushärten lassen. Darin kannst Du dann den Gips giessen.
- Mit Draht kannst Du kreativer werden. Das flexible Material lässt sich gut formen. So erschaffst Du ein Grundgerüst, dass Du anschliessend mit Gips modellieren kannst.

Gips zieht Wasser. Für draussen eignen sich die Figuren also erstmal nicht. Nachdem Du sie versiegelt hast, stellt Wasser aber kein Problem mehr dar. Dafür gibt es spezielle Klarlacke, die zum Teil sogar lebensmittelecht sind. So kannst Du mit Gips Deine eigene Müslischale kreieren. Trage den Lack dafür in zwei Schichten mit einem Pinsel auf und lasse die erste Schicht komplett trocknen, bevor Du die zweite aufträgst.

Gips Ideen
Mit Gips lassen sich viele Projekte umsetzen. Hier findest Du ein paar Gips-Ideen für Dein nächstes Pflanz- oder Beleuchtungs-Projekt. Mit ein bisschen Geschick kannst Du Pflanz- und Übertöpfe aus Gips herstellen, Lampen, Kerzenhalter, Windlichter und vieles mehr. Auch eine Wandgestaltung aus Gips kann eine Alternative sein.
Du hast einen grünen Daumen und viele Pflanzen in Deiner Bude? Super, dann kannst Du Übertöpfe und Pflanzgefässe bestimmt gut gebrauchen. Mach es zu Deinem Projekt und giesse sie aus Gips. Verwende z. B. Blumentöpfe, die Du bereits zu Hause hast, als Vorlage und trage den Gips Schicht für Schicht auf die Aussenseite auf. Aber Achtung: Vorher nicht das Trennmittel vergessen, damit sich der Abguss lösen lässt! Du kannst für Dein Vorhaben natürlich auch andere Formen nutzen. Je nach Grösse können auch Silikonformen genutzt werden. Für Sukkulenten reichen auch kleine Formen, denn sie brauchen nicht viel Platz.
Wenn Du Dein Heim in Szene setzen willst, kannst Du kreative Lampen aus Gips bauen. Wie wäre es mit einem Lampenfuss aus Gips, um z. B. einen alten Lampenschirm upcyclen zu können? Wenn Du auch den Lampenschirm aus
Wenn Du eine Lampe selber bauen willst, kannst Du natürlich auch mit anderen Materialien arbeiten. Hier erfährst Du, wie Du

Du magst es eher gemütlich? Dann sind vielleicht Kerzenhalter das Projekt Deiner Wahl. Hier kannst Du auf jede x-beliebige Form aus dem Haushalt zurückgreifen. Gips giessen und dann die Kerze in die leicht angetrocknete Gipsmasse stecken, um die Grösse zu ermitteln. Aushärten lassen und gestalten. Gläser und kleine Schalen können auch eine ideale Vorlage für Windlichter sein. Gehe hier genauso vor wie bei der Tischleuchte und setze statt der Lampenfassung ein Teelicht ein. Für Kerzenhalter gibt's natürlich auch Silikonformen, die Du nutzen kannst.

Gips muss nicht zwingend gegossen werden. Mit Gipsputz kannst Du nämlich auch Deine Wände verputzen – perfekt für Innenräume, wo eine feine, glatte Oberflächenstruktur gewünscht ist. Sie bietet eine ideale Basis für Anstriche, Tapeten oder Fliesen. Ausserdem ist Gips feuchtigkeitsregulierend und kann somit das Raumklima positiv beeinflussen, ist für Feuchträume allerdings ungeeignet!
Gut zu wissen: Gips brennt nicht und wird daher gerne zum Verputzen von Trockenbauwänden genutzt.
Mit Gipsputz lassen sich auch kreative Wandbilder gestalten, indem Du den Gips z. B. reliefartig aufträgst. Wenn Du nicht die ganze Wand damit bearbeiten willst, kannst Du auch einzelne Platten gestalten. Diese werden dann symmetrisch oder asymmetrisch an der Wand befestigt – ähnlich, wie man es auch mit Wandkissen und Akustikpaneelen macht. So kannst Du einzigartige Wandbilder erschaffen.
Gesichtsabdruck aus Gips
Eine schöne Wandgestaltung im Esszimmer oder Wohnzimmer sind z. B. auch Gesichtsabdrücke aller Familienmitglieder. Am einfachsten geht das mit Gipsbinden aus der Apotheke. Du kannst aber auch Gipspulver anrühren und die Masse Schicht für Schicht aufs Gesicht auftragen. Bitte denk daran, das Gesicht vorher mit Vaseline oder Hautcreme einzureiben, damit sich der Gips nach dem Trocknen ablösen lässt. Trage 2–3 Schichten auf und lasse sie mindestens 20 Minuten trocknen. Wenn sie vollständig getrocknet ist, können die Masken individuell gestaltet werden.
Tipp: Ziehe jede Maske auf eine eigene Leinwand auf, so kommen sie noch besser zur Geltung.
Gips giessen: häufige Fragen
Raysin besteht aus Calciumsulfat. Es ist also nichts anderes als Gips. Die spezielle Zusammensetzung führt aber auch zu einigen speziellen Eigenschaften. So hat Raysin z. B. nach dem Trocknen eine sehr weiche Oberfläche und eignet sich demnach für filigrane Arbeiten.
Gipspulver wird mit Wasser angerührt. Das Mischverhältnis variiert von Produkt zu Produkt. Als Faustregel gilt: 2 Teile Gips auf 1 Teil Wasser. Beachte hier aber unbedingt auch die Herstellerangaben!
Gips muss 15–30 Minuten trocknen, damit die Oberfläche fest ist und aus der Form gelöst werden kann. Vollständig durchgetrocknet ist Gips allerdings erst nach ca. 24 Stunden. Je nach Grösse Deines Projekts kann die Trocknungszeit variieren. Beachte hier auch unbedingt die Herstellerangaben. Ist der Gips vollständig getrocknet, kannst Du ihn weiterverarbeiten.
Absolut. Du kannst Deine Wände mit Gips verputzen. Hier verwendest Du aber









