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Obstbäume pflanzen

Obstbäume pflanzen

Vitaminbomben aus dem eigenen Garten! Lecker! Pflanz Obst im Garten an und freu Dich über pralle Früchte. Da weisst Du genau wo sie herkommen und womit sie behandelt wurden. Wenn Du keinen Garten hast, musst Du nicht drauf verzichten. Auch auf dem Balkon kannst Du viele Obstsorten platzsparend anbauen.

Lesezeit 9 min. Zum Sortiment «Obstbäume»

Welches Obst soll in meinen Garten?

Lecker! Frisches süsses Obst aus dem eigenen Garten! Da wird jeder zur Naschkatze. Was soll es denn aber sein? Die Vielfalt alleine an heimischen Obstpflanzen ist riesig und dann kommen noch exotische Früchte dazu, die zum Teil auch bei uns gut gedeihen. Was pflanzt man an, und welches Obst eignet sich überhaupt? Unser Ratgeber Obst bringt Dich auf den Stand. Zunächst ist Obst nicht gleich Obst, da gibt es einige Unterschiede.

Kernobst Apfel, Birne Baum
Steinobst Kirsche, Pfirsich, Aprikose, Zwetschge, Pflaume, Mirabelle Baum
Beerenobst Himbeere, Brombeere, Johannisbeere, Stachelbeere, Wein, Heidelbeere, Physalis, Kiwi, Sanddorn, Erdbeere Strauch
Exotisches Obst Kiwi, Feige Strauch
Nüsse Walnuss, Haselnuss, Mandel, Kastanie Baum oder Strauch

Selbst- und Fremdbefruchtung – Was bedeutet das?

Ohne Befruchtung keine Früchte. Wenn Du also etwas ernten willst, müssen Die Blüten Deines Obstbaums befruchtet werden. Manche Pflanzen sind Selbsbefruchter, die keine andere Pflanze brauchen. Die meisten Obstsorten sind allerdings Fremdbefruchter. Sie sind auf den Pollen einer Befruchtersorte angewiesen, damit sich Früchte bilden können.

Selbstbefruchtung:
Blüten des gleichen Baumes befruchten sich gegenseitig. Es wird also nicht zwingend ein zweiter Baum im Garten gebraucht. Sie sind dennoch für die Pollen anderer Bäume empfänglich und Du kannst Deine Ernte verbessern, wenn Du zwei Exemplare der gleichen Sorte pflanzt.

Typische Selbstbefruchter sind: Mirabelle, Pfirsich, Aprikose, Sauerkirsche, Quitte

Fremdbefruchtung: Gerade Birnen und Äpfel sind klassische Fremdbefruchter. Sie sind auf den Blütenstaub anderer Exemplare angewiesen. Für deren Befruchtung sind vor allem Hummeln und Bienen besonders wichtig. Sie transportieren die Pollen von einer Blüte zur nächsten.
Typische Fremdbefruchter sind: Apfel, Birne, Süsskirsche

Manche Obstsorten gibt es sowohl als Selbst- als auch als Fremdbefruchter. Das sind zum Beispiel Zwetschgen und Sauerkirschen, Mirabellen und Reineclaude.

Selbst und Fremdbefruchtung

Insekten als wichtige Befruchtungshelfer

Die richtige Fauna in Deinem Garten entscheidend zu einem grossen Teil darüber, wie Deine Ernte ausfällt. Ohne Hummeln und Bienen können Fremdbefruchter gar nicht oder nur kaum bestäubt werden und auch Selbstbefruchter tragen deutlich weniger Früchte.

Die Windbestäubung ist bei Obstbäumen keine Methode, die ins Gewicht fällt. Achte also darauf, dass Du diesen fleissigen Helfern einen optimalen Lebensraum in Deinem Garten bietest. Von bestimmten Pflanzen fühlen sich gerade Hummeln und Bienen besonders angezogen. Manche Kräuter locken Schmetterlinge in den Garten. Sorge ausserdem dafür, dass diese Insekten Rückzugsorte wie Insektenhotels oder Totholz vorfinden. Auch der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln sollte wohlüberlegt sein. Gerade Wildbienen können darauf sehr empfindlich reagieren. Sie lassen sich unter Umständen davon vertreiben oder sterben sogar. Grundsätzlich gilt:

Je wohler sich diese Tierchen in Deinem Garten fühlen, desto ertragreicher wird Deine Ernte.

Welcher Baum passt in meinen Garten?

Wie wächst was und vor allem was passt in meinen Garten? Die Früchte wachsen unterschiedlich und auch innerhalb der einzelnen Sorten gibt es Variationen was die Stammart angeht. So gibt es kleine und grosse Apfelbäume. Bevor Du Dich also entscheidest, solltest Du überlegen, welcher Baum in Deinen Garten passt.

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Erst schneiden dann pflanzen

Bevor Du den neuen Baum einpflanzt solltest Du einen Pflanzschnitt durchführen. Gerade bei Buschbäumen und Hoch- und Halbstämmen ist das für das weitere Baumleben besonders wichtig. Warum schneiden?

Schneidest Du nicht, trägt der Baum unter Umständen zwar schneller erste Früchte, verkümmert allerdings im Wachstum und vergreist schneller.

Du solltest einen mittleren Haupttrieb und 3-5 starke Seitenäste ziehen. Das heisst, dass Du weitere starke Seitentriebe an der Triebbasis entfernst. Die kleineren Äste lässt Du stehen, denn sie sorgen für das Gleichgewicht im Wuchs und sind für die Fruchtbildung zuständig.

Die noch bestehenden Triebe werden um ca. 1/3 eingekürzt, so dass das letzte Austriebsauge nach aussen zeigt.

Sollte sich das zu kompliziert anhören, kannst Du auch einen Mitarbeiter beim Kauf des Baumes noch mal fragen. Er kann Dir das am Baum direkt zeigen.

Obstgewächse richtig anpflanzen!

Ob Garten oder Balkon – wenn Du ernten willst, muss Du Dich nicht nur um Deine Obstpflanzen kümmern, sondern musst auch wissen, wo sie gedeihen.

Der richtige Standort

Let thesunshine! Das wichtigste für Obstpflanzen ist ein sonniger Standort. Nur mit ausreichend Sonne reifen die Früchte und werden schön süss. Wenn Du einen besonders schattigen Garten hast, solltest Du auf Hochstämme zurückgreifen, da diese durch den hohen Wuchs noch am meisten Licht abbekommen.

Geschützt sollte es trotzdem sein. Starke Wettereinflüsse wie Regen oder sogar Hagel können die reifenden Früchte beschädigen und die Ernte schmälern. Also ist ein sonniger geschützter Bereich des Gartens optimal. Allerdings sind vor allem heimische Apfel- oder Birnensorten auch durchaus robust und können die üblichen Wetterkapriolen aushalten.

Der richtige Boden

Unterschiedliche Früchte, unterschiedliche Ansprüche! Man kann aber allgemein sagen, dass Obstgewächse eher einen nährstoff- und humusreichen Boden bevorzugen. Ist der Boden sehr steinig und fest, solltest Du in die Pflanzgrube noch eine wasserdurchlässige und nährstoffreiche Erdmischung hineingeben. Das erleichtert das Anwachsen. Die Nährstoffzufuhr kannst Du unterstützen indem Du zweimal im Jahr Stallmist oder Komposterde dazugibst.

Obstgewächse richtig anpflanzen
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So wird richtig gepflanzt

Das Obst ist ausgesucht und der ideale Standort ermittelt! Dann wird’s jetzt schmutzig. Es wird gegraben. Bei Obstbäumen musst Du da schon auf ein paar Sachen achten:

  • Bäumchen 1-2 Stunden ins Wasser stellen, damit sich der Wurzelballen ordentlich vollsaugen kann
  • Pflanzloch ausheben – sollte mindestens doppelt so gross sein, wie der Ballen
  • Sohle des Lochs gut auflockern – Staunässe verhindern
  • Aushub mit Qualitätspflanzenerde mischen und den Boden des Lochs bedecken
  • Pflanztiefe: Veredlungsstelle mindestens 10 cm über dem Boden – Wildtriebe werden vermieden
  • Loch mit angereichertem Aushub auffüllen – am Baum rütteln, damit sich Erde verteilt
  • Boden um den Baum festtreten
  • Giessrand anlegen
  • gründlich und durchdringend wässern
  • Rindenmulch auf Pflanzstelle verteilen – schützt Wurzeln vor Sonneneinstrahlung
  • wenn nötig zum Schutz vor Tierfrass Schilfrohrmatte um den Stamm legen

Was ist eine Veredlungsstelle?

Die Veredlungsstelle ist meist durch eine Verdickung oder einen kleinen Knick am unteren Ende des Stamms zu erkennen! Wichtig: Diese Veredlungsstelle muss mindestens 10 cm aus der Erde ragen. Die Veredelung ist für die Vermehrung der Bäume wichtig.

Obstbäume anbinden

Wenn Du einen Baum frisch gepflanzt hast, dann ist der Stamm noch dünn und der Baum noch nicht fest verwurzelt. Deshalb ist es wichtig, dass Du ihn anbindest um ihm Stabilität zu geben. Das verhindert, dass er bei starkem Wind abknickt oder entwurzelt wird.

Dafür platzierst Du beim Einpflanzen einen Holzpfahl neben dem Stamm. Bringe ihn mindestens 30 cm tief in den Boden, damit er stabil steht. Sei vorsichtig, damit Du den Baum nicht verletzt. Du kannst den Pfahl aber auch vor dem Baum einsetzen. Dann kann nichts passieren.

Zum Schluss bindest Du den Baum am Pfahl fest. Nimm dafür am besten Kokosstrick – Kunststoff- oder Metallstricke können in Rinde schneiden.

Obstbäume anbinden
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Timing ist alles - Wann pflanze ich?

Der ideale Zeitpunkt neue Obstbäume zu pflanzen ist der Herbst vor dem ersten Frost. Das hat den Vorteil, dass sich über Winter neue Wurzeln bilden können und der Baum im Frühjahr zeitiger austreibt. Über Sommer würde er zu viel Kraft für die Versorgung der Blätter brauchen. Das gilt natürlich nur für die winterharten Obstsorten.

Obstpflanzen auf dem Balkon

Kein Garten? Macht nichts! Auch aus Deinem Balkon kann eine kleine Obstplantage werden. Es gibt mittlerweile von vielen Obstsorten Züchtungen, die nicht so gross werden und sich im Topf wohlfühlen.

Gerade Beerensträucher eignen sich hier hervorragend. Doch auch Zwergpfirsiche, Nektarinen und kleine Äpfel kannst Du im Balkongarten anbauen.

Trotzdem kommt es auf die Bedingungen an. Bekommt der Balkon gar keine Sonne ab, wird die Ausbeute nicht besonders gross ausfallen. Und im Kübel solltest Du vor allem auf reichhaltige Erde und die Nährstoffversorgung durch den richtigen Dünger achten.

Die Grösse des Kübels entscheidet über den Erfolg Deines Obst-Projekts. Mindestens 20 cm Durchmesser und 50 Liter Fassungsvermögen sollten es schon sein.

Es eignet sich aber nicht jeder Kübel. UnglasierteTontöpfe lassen viel Feuchtigkeit ungenutzt verdunsten, während besonders dunkle Töpfe sich stark aufheizen und die Wurzeln schädigen können.

Und immer schön viel giessen! Gerade wenn die Pflanzen Früchte tragen brauchen sie viel Wasser. Am besten morgens giessen, dann kann die Flüssigkeit gleich verwertet werden. Wird hingegen abends gegossen, bleiben die Pflanzen lange feucht und es können sich Pilzkrankheiten bilden.

Da Du auf dem Balkon wahrscheinlich nicht genügend Platz hast um mehrere Pflanzen einer Sorte aufzustellen, empfiehlt es sich selbstbefruchtende Züchtungen zu wählen, damit Du auch sicher sein kannst, dass Du etwas ernten kannst.

Obstpflanzen auf dem Balkon
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Die bunte Zeit der Ernte

Wenn Du eine grosse Auswahl an Obst im Garten hast, kannst Du unter Umständen das ganze Jahr über ernten. Die unterschiedlichen Beeren sind zwischen Mai und September reif. Dann solltest Du vorbereitet sein!

Überlege Dir schon vorher was Du mit den Früchten aus dem eigenen Garten machen willst. Da gibt es viele Möglichkeiten wie Kuchen, Konfitüren oder Eis. Was dann noch übrig ist, kannst Du einfrieren oder klassisch einkochen. Das klingt zwar etwas altmodisch, ist aber eine tolle Möglichkeit das ganze Jahr über vom eigenen Anbau zu profitieren.

Ausserdem sparst Du Geld, denn Du musst im Winter nicht auf Konserven aus dem Supermarkt zurückgreifen, wenn Du ein Obst brauchst, das gerade keine Saison hat. So lassen sich übrigens auch tolle Geschenke aus dem eigenen Garten vorbereiten.

Apfel

Einkellern – Was die Grossmutter schon wusste!

Der Herbst ist der Monat von Äpfeln und Birnen. Wenn ein Baum viele Früchte trägt, kann man die nicht in kurzer Zeit aufbrauchen. Denk doch mal darüber nach, wie die Grossmutter früher einzukellern. So hast Du das ganze Jahr etwas von Deiner Ernte und sparst auch noch Geld. Und so geht’s:

  • Von der Sonne aufgewärmte Äpfel abkühlen lassen.
  • Stelle im Keller suchen, wo es möglichst kühl ist (ideal sind 1-3°C aber kein Frost) Holzgitter eigenen sich hervorragend.
  • Eine Lage Zeitungspapier ausbringen und die Äpfel mit etwas Abstand darauf verteilen (Die Stiele bleiben dran und die Blüte zeigt nach oben).
  • Mit Zeitungspapier bedecken und bei Bedarf eine weitere Lage darüber legen.
  • Die letzte Schicht wieder mit Papier bedecken.
  • Einmal pro Woche alle Schichten auf verdorbene Früchte kontrollieren und aussortieren.
  • Wichtig! Neben den Äpfeln sollte kein anderes Obst oder Gemüse gelagert werden, das wird dann schnell schlecht.

Einkellern
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Tipp – Äpfel verarbeiten

Du kannst auch alle Äpfel auf einmal verarbeiten. Am einfachsten geht das indem Du sie zu Apfelsaft verarbeitest. Such Dir einen Obst- und Gartenbauverein in Deiner Nähe, der über eine Saftpresse verfügt. Dann kannst Du Deine Apfelernte dort pressen und abfüllen lassen.

Gerade Äpfel gibt es in vielen verschiedenen Sorten. Nicht alle eignen sich zum Lagern oder pressen. Manche sind auch für den puren Verzehr zu säuerlich. Überleg Dir also am besten schon bei der Auswahl des Baumes, was Du mit den Äpfeln machen möchtest und welche Sorten sich dafür eignen.

Vermehrung durch Veredelung

Du kannst Deinen Baum auch vermehren. Die einfachste Methode ist wohl die Kopulation. Sie wird im Winter und im zeitigen Frühjahr durchgeführt. Doch Vorsicht! Das Veredeln von Bäumen benötigt einiges an Fingerspitzengefühl und gärtnerischer Erfahrung. Blutige Anfänger sollten sich an dieses Projekt noch nicht wagen.

  • Für eine gelungene Veredlung brauchst Du zunächst eine Veredlungsunterlage. Das ist ein Sämling z.B eines Apfelbaumes.
  • Aus dem Sämling wird die Wurzel des späteren Obstbaumes.
  • Für die Kopulation schneidest Du nun von Deinem Apfelbaum, den Du vermehren willst, einen gesunden einjährigen Trieb ab.
  • Aus dessen mittlerem Teil schneidest Du nun ein Stück heraus, das die Länge eines Fingers und die Dicke eines Bleistiftes hat. Es sollte mindestens vier Knospen besitzen. Das ist das Edelreis aus dem später Stamm und Krone entstehen.
  • Die Unterlage, also den Sämling kürzt Du nun auf die gewünschte Länge. Wenn Du einen Hochstamm haben möchtest, wäre das unterhalb der Krone.
  • Jetzt folgt der Kopulationsschnitt: Führe sowohl an Unterlage als auch an Edelreis einen drei bis sechs Zentimeter langen schrägen ebenen Schnitt durch, der gegenüber eines Auges erfolgen sollte.
  • Die beiden Schnittflächen sollten möglichst genau aufeinander passen.
  • Jetzt werden Edelreis und Unterlage zusammengesetzt. Achtung! Du darfst die Schnittflächen nicht mit den Fingern berühren.
  • Fixiere die Veredelungsstelle mit Bast und streiche anschliessend Baumwachs darüber. Auch die Spitze des Edelreises wird mit Baumwachs bestrichen.
  • Jetzt kannst Du das neue Bäumchen einpflanzen. Am besten an einer geschützten Stelle. Wenn es im nächsten Frühjahr austreibt, hat die Veredelung geklappt!

Vermehrung durch Veredelung

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